Junge Expertise

 

Junge Expertise in Aktion für das Klima

Unter dem Motto „Junge Erwachsene in Aktion für das Klima – Jóvenes en acción por el clima“ wächst seit 2016 ein internationales Netzwerk von Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren, die ihr Wissen und ihre Aktivitäten zur nachhaltigen Entwicklung austauschen, voneinander lernen und an ihren jeweiligen Heimatorten konkret anpacken. In internationalen Workshops und auf der Basis einer digitalen Wissensplattform arbeiten die jungen Erwachsenen aus Solingen, Jinotega (Nicaragua), Brüssel, Galizien sowie San Lorenzo (Honduras) an Klima- und Ressourcenschutz, Land- und Waldwirtschaft, fairem Konsum und zukunftsfähiger Stadtentwicklung.

Global denken –lokal handeln

Die „Junge Expertise in Aktion für das Klima“ trägt in vielfacher Hinsicht dazu bei, eine lokal und global nachhaltige Entwicklung voranzutreiben.

Sie bietet jungen Menschen, die in sehr unterschiedlichen sozialen und länderspezifischen Kontexten aufwachsen, die Chance andere Perspektiven internationaler Entwicklungen kennenzulernen, globale Zusammenhänge besser zu verstehen, eigene Handlungsoptionen zu entwickeln und aktiv zu werden.

Durch den Aufbau eines internationalen Netzwerkes wird dieser wechselseitige Lern- und Entwicklungsprozess organisatorisch und inhaltlich verstetigt: Durch persönliche Kontakte und Begegnungen wächst das gemeinsame Verständnis, wie nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweisen realisierbar sind, und die Motivation, selbst anzupacken und den erforderlichen Wandel eigenverantwortlich mit zu gestalten.

Damit trägt die Junge Expertise auch wesentlich dazu bei, die partnerschaftliche Zusammenarbeit der Stadt Solingen mit Kommunen in Europa und im Globalen Süden (insbesondere die Städtepartnerschaft mit Jinotega) zu stärken und für junge Menschen lebendig und interessant zu machen. Durch die inhaltlichen Impulse der jungen Engagierten können zudem neue Projekte und Handlungsschritte entstehen, die die Partnerschaft erheblich befruchten.

Die jungen Engagierten wirken des Weiteren als Botschafter*innen, die dazu beitragen das Bewusstsein für global verantwortliches Handeln bei den Bürger/innen in Solingen zu verstärken.

Zusammenfassend zeigt die Junge Expertise, wie es gelingen kann, die Globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) und die Solinger Nachhaltigkeitsstrategie mit jungen Menschen aktiv voranzubringen.

Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung

Aufbauend auf dem Internationalen Bergischen Entwicklungsforum (IBE) in Solingen 2014, ergriffen junge Mitglieder des Fördervereins „Städtefreundschaft mit Jinotega e.V.“ die Initiative, um in Kooperation mit dem Forum für soziale Innovation gGmbH, der Stadt Solingen sowie dem Bildungsverein „La Cuculmeca“ aus Jinotega (Nicaragua) ein internationales Jugendcamp durchzuführen – mit dem Ziel an Themen nachhaltiger Entwicklung (u.a. ökologische Landwirtschaft, Waldschutz, erneuerbare Energien, nachhaltiger Konsum, Wasser) zu arbeiten und von- und miteinander zu lernen.

So konnte 2016 der erste internationale, zweiwöchige Workshop in Jinotega (Nicaragua) stattfinden, an dem 33 junge Menschen aus Jinotega und León (Nicaragua), Galizien (Spanien), San Lorenzo (Honduras) und Solingen teilnahmen (darunter junge Mitglieder des Fördervereins, Studierende sowie Mitarbeitende der Stadt Solingen). Die Teilnehmenden aus Thiès (Senegal) konnten trotz großer Anstrengungen nicht einreisen – die weltweite Flüchtlingskrise warf hier ihre Schatten. Unter der methodisch-didaktischen Leitung des nicaraguanischen Bildungsvereins „La Cuculmeca“ fanden Werkstätten und Exkursionen statt, die im Ergebnis zur Gründung des internationalen Netzwerkes „Junge Menschen in Aktion für das Klima – Jóvenes en acción por el clima“ führten. Zudem entstanden verschiedenste „Prototypen“ (Projektideen der Teilnehmenden für ihren jeweiligen Heimatort), die teils bereits umgesetzt wurden: So haben junge Teilnehmende aus Jinotega z.B. widerstandsfähige Setzlinge gezüchtet und leisten so einen kostengünstigen Beitrag zur Wiederaufforstung, in León (Nicaragua) wurden in Zusammenarbeit mit Schüler/innen „Hängende Gärten“ an einer Schule angelegt und die Teilnehmenden aus Solingen gaben ihre hautnahen Erfahrungen zum Klimawandel in zahlreichen Vorträgen weiter.

Im Dezember 2017 wurde in Solingen ein 10-tägiger internationaler Fortsetzungsworkshop ausgerichtet. Dieses Austauschtreffen diente dazu, die internationalen Netzwerkbeziehungen „digital und analog“ zu festigen und wurde – wie bereits das Jugendcamp 2016 – durch das Land NRW und von Engagement Global gGmbH (Außenstelle Düsseldorf) gefördert. Seminare, Besichtigungen (z.B. Klimaquartier Arrenberg, GEPA, Bio-Station Mittlere Wupper, Brangs und Heinrichs GmbH), Hospitationen in der Stadtverwaltung, eine Klimawanderung sowie zwei öffentliche Foren für globale Verantwortung und Nachhaltigkeit (in Wuppertal und in Solingen) wurden genutzt, um Schritte zur Anpassung an den Klimawandel, zum nachhaltigen Wirtschaften oder zur Abfallvermeidung auszuarbeiten.

Für Herbst 2018 ist geplant, einen weiteren Folgeworkshop (voraussichtlich erneut in Jinotega) auszurichten, der einen internationalen Fachkräfteaustausch zur Umsetzung der Globalen nachhaltigkeitsziele (SDGs) auf kommunaler Ebene vorantreiben soll.

Um den Austausch über Ländergrenzen, Kontinente und große Entfernungen hinweg leisten zu können, wurde parallel eine digitale Wissens- und Austauschplattform aufgebaut – ebenfalls vom Land NRW und Engagement Global gGmbH (Außenstelle Düsseldorf) gefördert. Das mehrsprachige, webbasierte Portal wächst schrittweise und unterstützt den fachlichen Diskurs und das lokale Engagement der jungen Expert/innen – auch weit über die aktiven Mitglieder hinaus.

Möglichkeiten mitzuwirken

Die jungen Engagierten des Netzwerkes freuen sich über jede*n neue*n Mitstreiter*in, die Interesse hat z.B. den fairen Handel oder plastikschonende Lebensweisen in Solingen voranzutreiben. Zudem besteht für einen begrenzten Teilnehmer/innenkreis die Möglichkeit am Jugendcamp in Nicaragua teilzunehmen.

Ansprechpartnerinnen

Sophia Merrem, Jana Firouzkhah

Kontakt über: Eine-Welt-Regionalstelle Bergisches Land

Tel.: 0212 230 79 89; Mobil: 0163 6193827;

eMail: s.merrem@fsi-forum.de ; jana.firou@gmail.com

facebook-Seite: Jóvenes en acción por el clima

Infos und Erfahrungsberichte unter:

www.einewelt-regionalstelle-bergischesland.de/index.php/junge-expertise-fuer-nachhaltige-entwicklung sowie www.solingen.de

Hier gehts zur Wissensmanagementplattform: