Liebe Anwesende, liebe Vorstandsmitglieder, liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde des Fördervereins Freundschaft mit Jinotega, verehrte Gäste,
es ist mir eine große Ehre und ein persönliches Anliegen, heute im Namen der Stadt Solingen zu diesem besonderen Anlass zu Ihnen zu sprechen.
Vier Jahrzehnte Freundschaft mit Jinotega – das ist nicht nur ein Jubiläum, sondern ein beeindruckendes Zeugnis gelebter Solidarität, internationaler Verantwortung und tiefen menschlichen Engagements.
Seit 40 Jahren setzt der Förderverein ein kraftvolles Zeichen dafür, dass partnerschaftliche Zusammenarbeit auch über große geografische, kulturelle und politische Entfernungen hinweg möglich ist – und notwendig bleibt.
Was Sie leisten, ist ein Beispiel von zivilgesellschaftlicher Stärke, das weit über unsere Stadt hinausstrahlt. Dafür möchte ich Ihnen heute – als Bürgermeisterin und im Namen des Rates und der Verwaltung – von Herzen danken.
Diese Freundschaft ist nicht selbstverständlich.
Die aktuellen politischen Rahmenbedingungen in Nicaragua sind schwierig, oft bedrückend – für die Menschen vor Ort, aber auch für diejenigen, die ihnen von außen verbunden bleiben wollen.
Dass Sie, trotz dieser widrigen Umstände, weiter Kontakt halten zu den Menschen in Jinotega, ja sogar Ihre Zusammenarbeit auf Partner in Honduras und Costa Rica ausweiten,verdient höchsten Respekt.
Es ist ein Zeichen echter Partnerschaft, wenn man auch dann bleibt, wenn es schwieriger wird.
Die heutige Matinee steht nicht nur im Zeichen Ihres 40-jährigen Bestehens, sondern auch im Zeichen des 100. Geburtstags von Ernesto Cardenal.
Dieser große Lyriker, Priester, politische Denker und unbeirrbare Humanist, ist bis heute eine moralische und poetische Kraft.
Seine Lebensgeschichte – geprägt von Revolution, Exil, Hoffnung,Ernüchterung und wieder neuer Hoffnung – spiegelt das wider, was viele Menschen in Nicaragua und Mittelamerika erleben.
In einer Zeit, in der Journalisten und Journalistinnen, Kulturschaffende,Aktivisten und Aktivistinnen und unzählige Bürgerinnen und Bürger das Land verlassen mussten, erinnern uns Cardenals Texte daran, dass Kultur und Poesie Trost spenden, Orientierung bieten und den Blick in die Zukunft öffnen können.
Sein Werk hat den Förderverein stets inspiriert – und es ist aktueller denn je.
Nicaragua ist heute Beispiel und Mahnung zugleich:
- Demokratien geraten weltweit unter Druck.
- Wahrheit und freie Information stehen unter Beschuss.
- Grundrechte, die lange selbstverständlich schienen, sind plötzlich fragil.
Gerade deshalb sind Netzwerke wie Ihres so bedeutsam.
Gerade deshalb ist Zusammenarbeit wichtiger denn je.
Und gerade deshalb ist Ihr Festhalten an Umweltbildung, Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Begegnung ein starkes Stück Zukunftsarbeit.
Die Verbindung unserer beiden Städte hat eine Geschichte, auf die wir stolz sein dürfen:
- 40 Jahre Freundschaft, begonnen 1985 durch engagierte Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt.
- Gemeinsame Projekte, Begegnungen, Bildungsprogramme.
- Eine offizielle Städtepartnerschaft seit 2016, die seit 2022 ruht – aber deren Geist weiterlebt.
- Und immer: der Förderverein als Herz dieser Freundschaft.
Die Schließung des Bildungszentrums La Cuculmeca war ein schmerzlicher Einschnitt – das wissen wir.
Aber Sie haben nicht aufgegeben.
Sie haben neue Wege gefunden, neue Partner gesucht und neue Chancen geschaffen.
Das verdient nicht nur Anerkennung – das verdient Bewunderung.
Von Beginn an hat die Stadt Solingen diese Partnerschaft unterstützt.Und ich sage Ihnen: Diese Zusammenarbeit wird fortbestehen.
Ihre Arbeit ist ein wichtiger Bestandteil unseres städtischenEngagements für internationale Verantwortung, für Frieden, fürMenschenrechte und für globale Nachhaltigkeit.
Liebe Mitglieder des Fördervereins,lieber Vorstand,
liebe Engagierte der letzten 40 Jahre,
Ihr Wirken hat Generationen geprägt.
Sie haben Brücken gebaut – kulturelle, soziale, menschliche.
Sie haben Hoffnung getragen – manchmal gegen den Strom der Zeit.
Und Sie zeigen uns, wie Freundschaft über Kontinente hinweg bestehen
kann.
Dafür danke ich Ihnen nochmal von Herzen.
Ich wünsche uns allen eine inspirierende Matinee, bereichert durch dieMusik der Grupo Sal, die Lesung der Texte Ernesto Cardenals durch dieSchauspielering Claudia Gahrke und die Begegnungen miteinander.
Sie werten diese Veranstaltung mit Ihrer Mitwirkung auf.
HerzlichenDank, dass Sie hier sind.
Vielen Dank.

